Keller richtig lüften

Nicht selten ist der Keller das Problemkind im Haus. Denn wer nicht in einem Neubau wohnt oder wenigstens in einem Haus, das nach 1970 erbaut wurde und somit ein isoliertes Untergeschoss sein Eigen nennt, muss mit feuchten Kellerräumen rechnen. Leider lässt sich die erhöhte Raumluftfeuchtigkeit in manchen Fällen auch weder durch Lüften noch durch andere private oder professionelle Maßnahmen dauerhaft beseitigen. Dauerfeuchte Kellerräume lassen sich selbstverständlich weder zur Wohnung umbauen, noch als Hobby- oder Fitnessraum nutzen. Sie eignen sich allenfalls zur Lagerung von Wein oder Kohle.

Ist das Austrocknen in Ihrem Keller nicht möglich, sollten Sie sich nicht auf faule Kompromisse einlassen, die letztendlich Ihrer Gesundheit schaden. Finden Sie sich mit den Gegebenheiten ab und machen Sie das Beste daraus. Auch wenn der Gewölbekeller noch so romantisch anzusehen ist, lässt sich oftmals durch die hohe Luftfeuchtigkeit, die sich Sommer wie Winter in den Räumen hält, der Schimmelbefall nicht vermeiden. Verzichten Sie in diesem Fall auf das romantische Flair und nutzen Sie die Vorteile Ihres Gewölbekellers geschickt aus.

Der Vorteil dieser alten Keller ist nämlich, dass Sie Sommer wie Winter eine einigermaßen konstante Temperatur aufweisen. Und auch die Luftfeuchtigkeit hält sich immer zwischen 70 und 90 Prozent. Das sind nicht nur für den Wein die idealen Lagerbedingungen, sondern auch für viele Lebensmittel, die bei diesem Klima ohne stromfressende Kühlgeräte lange frisch bleiben.

Luftfeuchtigkeit im Keller

Welche Luftfeuchtigkeit für Ihren Keller die beste ist, hängt davon ab, wie Sie das Untergeschoss nutzen. Wenn Sie einen neuzeitlichen Keller Ihr eigen nennen, den Sie als Wohnraum, Hobbykeller, Arbeitszimmer oder Fitnessraum nutzen, liegt die optimale Raumluftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Wobei 60 Prozent ein Maximalwert ist, der nicht überschritten werden sollte.

Auch als Lebensmittellager lässt sich das Untergeschoss des Hauses nutzen. Dann sollte die Temperatur Sommer wie Winter möglichst konstant sein und die Luftfeuchtigkeit erreicht mit 50 bis 65 Prozent ihren Idealwert. Möchten Sie jedoch Kartoffeln im Keller aufbewahren, liegt die Idealtemperatur bei 5 bis 8 Grad Celsius und die Luftfeuchtigkeit darf gerne 90 Prozent betragen. Bei diesen Lagerbedingungen werden die Erdäpfel nicht schrumpelig und bekommen auch keinen süßlichen Nachgeschmack.

Als Wasch-, Bügel- und Trockenraum lässt sich der Keller natürlich ebenfalls gebrauchen. Allerdings sollten Sie gerade bei dieser Verwendung des Untergeschosses auf einen regelmäßigen Luftaustausch bedacht sein, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Weil der Keller unter der Erde liegt und somit der kälteste Raum im Hause ist, muss das Lüften gelernt sein. Wer falsch lüftet, läuft Gefahr, dass warme Luft durchs Fenster eindringt, im Untergeschoss rasch abkühlt und sich an der Kellerwand Kondenswasser bildet. Leider bildet das Kondenswasser aber einen idealen Nährboden für den Schimmelpilz. Um die Schimmelbildung zu vermeiden, dürfen Kellerräume nicht zu jeder Zeit mit Frischluft von außen versorgt werden.

Ist Ihr Untergeschoss trotz eines korrekten Lüftungsverhaltens stets feucht, haben Sie eventuell die Möglichkeit mithilfe von professionellen Luftentfeuchtern oder mit Hausmitteln die Raumluftfeuchtigkeit herabzusetzen. Weiterführende Informationen und interessante Tipps: Luftfeuchtigkeit im Keller

Keller richtig lüften

Keller richtig lüften im Sommer

Unterirdisch gelegen weist der Keller auch im Sommer die niedrigsten Temperaturen im ganzen Haus auf. Weil die warme Außenluft das Erdreich nicht durchdringen kann, erwärmen sich die Außenmauern des Kellergeschosses nicht oder nur sehr langsam. Diesen Umstand müssen Sie beim Lüften Ihrer Kellerräume im Sommer natürlich bedenken. Damit Sie auch im Keller ein optimales Raumklima halten können, verfahren Sie folgendermaßen:

  • Vergessen Sie nicht, dass sich das kühle Untergeschoss im Sommer durch die warmen Außentemperaturen nicht erwärmen lässt. Wenn Sie es trotzdem versuchen und warme Außenluft in den kühlen Keller eindringen lassen, wird sie rasch abkühlen. Das hat zur Folge, dass sich die Luftfeuchtigkeit im Kellerraum schlagartig erhöht. Um das Raumklima in den Griff zu bekommen, ist es unvermeidlich, auch hier die Luftfeuchtigkeit mithilfe eines Hygrometers zu kontrollieren.
  • Messen Sie mit einem weiteren Hygrometer die Außenluft. Und nur wenn der Feuchtigkeitsgehalt draußen nicht höher ist, als die Raumluftfeuchte des Kellers sollten Sie lüften. Im Sommer trifft das in der Regel auf die frühen Morgenstunden zu.
  • Damit der Luftaustausch möglichst rasch und effektiv vonstattengeht, sollten Sie Ihre Kellerfenster so weit, wie möglich öffnen. Einen noch durchschlagenderen Erfolg erzielen Sie, wenn Sie einen Durchzug erwirken. Dazu müssen Sie zwei sich gegenüberliegende Kellerfenster gleichzeitig aufmachen. Die Innenluft wird dann noch schneller nach draußen gezogen und die Außenluft dringt rascher ein.
  • Im Sommer dürfen Sie die Fenster gerne 20 Minuten weit geöffnet lassen. Nach dem Lüften sollten Sie sie wieder vollständig schließen. Lediglich besonders kleine Kellerfenster dürfen einen Spalt offenstehen.
  • Ist es sommerlich heiß, muss ein einmaliges Lüften des Untergeschosses am Tag ausreichen. Im Frühjahr und im Herbst jedoch oder auch bei gemäßigten Temperaturen im Sommer können Sie gut zwei- oder dreimal täglich einen Luftaustausch vornehmen.
  • Nutzen Sie das Untergeschoss zum Waschen oder Bügeln, sollten Sie nach Beendigung der Arbeit versuchen, die überschüssige Luftfeuchtigkeit so rasch, wie möglich, nach außen abzuleiten. Ein kurzes Stoßlüften zwischen 5 und 10 Minuten reicht dazu vollkommen aus. Sollte der Feuchtigkeitsgehalt der Außenluft beim Blick auf Ihr Hygrometer jedoch trotz der hohen Luftfeuchte im Innenraum höher sein, lassen Sie das Lüften ausfallen.

Noch mehr Informationen zum richtigen Lüftungsverhalten bei warmen Außentemperaturen finden Sie auf der Seite: Richtig lüften im Sommer

Keller richtig lüften im Winter

Im Winter, wenn es noch häufiger regnet oder wenn der Schnee das Trocknen der Wäsche im Freien unmöglich macht, bietet der Keller oftmals die einzige Möglichkeit, um die Wäsche zum Trocknen aufzuhängen. Durch die aus der Wäsche entweichende Feuchtigkeit erhöht sich natürlich dann die Luftfeuchtigkeit im Untergeschoss. Um diesem Umstand abzuhelfen, müssen Sie die Fenster öffnen und die Raumluftfeuchtigkeit nach außen ableiten. Doch auch, wenn Sie den Keller nur als Lagerraum nutzen, sollten Sie ab und zu für Frischluftzufuhr sorgen. Gehen Sie beim Lüften folgendermaßen vor:

  1. Lassen Sie Ihre Kellerräume was das Lüften betrifft keinesfalls unberücksichtigt. Bedenken Sie, dass schließlich Ihr ganzes Haus auf diesen Mauern steht, deren Bausubstanz Sie nicht durch Vergesslichkeit gefährden dürfen. Versäumen Sie es daher nicht, auch im Untergeschoss die Luftfeuchtigkeit mithilfe eines Hygrometers regelmäßig zu beobachten.
  2. Bemerken Sie, dass die Raumluftfeuchte im Keller sich über dem Maximalwert befindet, (die Idealwerte können Sie auf der Seite Luftfeuchtigkeit Tabelle ablesen) müssen Sie unbedingt einen Luftaustausch vornehmen.
  3. Wie in den Wohnräumen wird auch im Keller während des Winters nur stoßgelüftet. Das bedeutet, dass Sie die Fenster für einen kurzen Zeitraum (zwischen 5 und 10 Minuten) vollständig öffnen und auf diese Weise einen effektiven und raschen Luftaustausch gewährleisten.
  4. Wenn Sie einen Durchzug erreichen können, indem Sie zwei gegenüberliegende Kellerfenster gleichzeitig aufmachen, wird die feuchte Kellerluft, wie von einem Sog nach außen gezogen und die trockenere Winterluft kann rasch einströmen. Dieses Lüften ist noch effektiver und geht noch schneller vonstatten. Es wird auch Querlüften genannt.
  5. Nach spätestens 10 Minuten intensiven Luftaustausches können Sie im Winter die Kellerfenster wieder schließen.
  6. Haben Sie einen milden Winter erwischt, der kaum Minusgrade aufweist, können im ungeheizten Untergeschoss die Fenster auch tagsüber auf Kippstellung bleiben. Auf diese Weise findet ein stetiger Luftaustausch statt und es wird verhindert, dass sich Kondenswasser an der Kellerwand bilden kann. Gleichzeitig haben Sie sich das mehrmalige Querlüften erspart. Sollte es allerdings zu regnen oder zu schneien beginnen, müssen Sie auch die Kellerfenster schließen.
  7. Wer seinen Kellerraum zum Wäscheaufhängen nutzt, kommt um die Dauerstellung der gekippten Fenster nicht herum.

Zusatzinformationen zum korrekten Lüftungsverhalten bei kalten Außentemperaturen finden Sie auf der Seite: Richtig lüften im Winter

Tipps: Keller richtig lüften

  • Je nachdem, wie Sie Ihren Kellerraum nutzen, müssen Sie das Lüftungsverhalten anpassen. Ist Ihr Untergeschoss zum Wohnraum ausgebaut und der Keller von außen gut isoliert, sollten Sie sich beim Luftaustausch des Kellergeschosses am Lüftungsverhalten ihrer Wohnräume orientieren. Das heißt, Sie Lüften das Untergeschoss auf die gleiche Art wie Ihr Wohnzimmer und die ideale Raumfeuchte liegt zwischen 40 und 60 Prozent, keinesfalls darüber.
  • Nutzen Sie den ungeheizten Keller als Lebensmittellager, sollten Sie im Winter dafür sorgen, dass die Temperaturen nicht unter den Gefrierpunkt absinken. Bei milden Wintertemperaturen können Sie das Kellerfenster jedoch tagsüber in Kippstellung belassen.
  • Im Sommer sollten Sie die Fenster Ihres Lebensmittellagers im Keller tagsüber verschlossen halten. Sie müssen auch nicht täglich lüften. Es ist vollkommen ausreichend ein oder zweimal wöchentlich morgens zwischen 5 und 6 Uhr einen Luftaustausch vorzunehmen.
  • Besitzen Sie einen alten, romantischen Gewölbekeller, der sich nicht trockenlegen lässt und daher das ganze Jahr über feucht ist, sollten Sie dennoch ab und zu lüften. Um den modrigen Geruch nach draußen zu lassen, öffnen Sie im Sommer zu den frühen Morgenstunden für circa eine halbe Stunde die Kellerfenster. Im Winter dürfen die Fenster Tag und Nacht in Kippstellung verbleiben, vorausgesetzt, die Temperaturen sinken nicht allzu weit unter null Grad ab. Dann ist es angebracht die Kellerfenster zu schließen.