Richtig lüften im Herbst

Gerade was das Wetter und das Klima betrifft, lässt sich der Herbst schlecht einordnen. Zum Herbstanfang während des Altweibersommers dürfen wir noch mit warmen Außentemperaturen, manchmal sogar mit Badewetter rechnen. Gegen Ende der dritten Jahreszeit jedoch im November und Dezember machen sich Nebel, Regen und nasskaltes Wetter breit. Nicht selten kommt ein Wetterumschwung von einem auf den anderen Tag, sodass die Umstellung schwerfällt. Dieses Hin und Her wirkt sich natürlich nicht nur draußen aus, sondern es bereitet auch Schwierigkeiten, für ein gesundes Raumklima zu sorgen.

Während Sie bei warmen Außentemperaturen im Sommer ihre Fenster zum Lüften 20 Minuten offenstehen lassen, sollten sie bei regnerischem und nebeligem Herbstwetter nur für kurze Zeit zum Stoßlüften geöffnet werden. Weil sich aber der Herbst mit seiner Wetterlage so gar nicht für ein Extrem entscheiden kann, müssen Sie auch in Ihrem Lüftungsverhalten flexibel bleiben. Richten Sie sich nicht stur nach irgendwelchen Regeln, sondern vertrauen Sie auf Ihren gesunden Menschenverstand und auf die Messergebnisse des Hygrometers. Denn gerade während der Übergangszeiten im Frühjahr und Herbst ist es sinnvoll, mit einem Gerät zum Messen der Luftfeuchtigkeit zu arbeiten.

Lüftungsverhalten im Herbst

Der Herbst bildet den Übergang vom heißen Sommer zum kalten Winter. So beinhalten sein Wetter und Klima sowohl das eine, wie auch das andere Extrem. Um richtig zu Lüften und Schimmelbildung in der Wohnung zu vermeiden, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Während eines warmen Altweibersommers orientieren Sie sich am besten am Lüftungsverhalten für den Sommer. Ausführliche Tipps finden Sie auf der Seite Richtig lüften im Sommer. Halten Sie die Fenster bei hohen Außentemperaturen tagsüber geschlossen. Lüften Sie frühmorgens und spätabends für circa 20 Minuten.
  • Wenn es zu schneien beginnt, lüften Sie so, wie Sie es auch im Winter handhaben werden. Sie drehen vor dem Fensteröffnen die Heizung ab. Sie öffnen alle Fenster und Innentüren sperrangelweit und schaffen auf diese Weise einen Durchzug. Die warme, feuchtigkeitsreiche Raumluft wird so rasch nach draußen gezogen und die trockene Außenluft kann schnell nach innen dringen. Nach dem Lüften, das nicht länger als fünf Minuten dauert, stellen Sie die Heizkörper wieder auf die gewünschte Temperatur ein. Genauere Informationen zum Lüftungsverhalten während der kalten Jahreszeit finden Sie auf der Seite Richtig lüften im Winter
  • Aber der Herbst hat nicht nur sehr warme oder sehr kalte Tage zu bieten. Er weist auch häufig moderate Temperaturen auf. Gerade während dieser Zeit ist es jedoch besonders schwierig, ein adäquates Lüftungsverhalten zu finden. Liegen die Herbsttemperaturen bei angenehmen 20 Grad und die Sonne lacht, dürfen Sie Ihre Fenster im Wohnbereich auf Kippstellung bringen. Behalten Sie jedoch das Wetter im Auge und werfen Sie trotzdem ab und zu einen Blick auf das Hygrometer. Wenn Sie das Haus verlassen, sollten Sie auf jeden Fall Ihre Fenster schließen.
  • Ist es draußen zwar noch angenehm warm, aber Nebel oder Regen macht sich breit, sollten Sie die Fenster möglichst geschlossen halten. Um dennoch den notwendigen Luftaustausch durchzuführen, lüften Sie möglichst kurz. Die Kippstellung ist in diesem Fall nicht angebracht. Öffnen Sie stattdessen die Fenster sperrangelweit, sodass die Luft rasch ausgetauscht werden kann.

Sollten Sie kein Hygrometer besitzen, wäre jetzt der Zeitpunkt über eine Anschaffung nachzudenken. Denn gerade während der Übergangszeit im Frühjahr oder im Herbst ist es besonders schwer, einzuschätzen, wann es sinnvoll ist, die Fenster zu öffnen und die Raumluft mit der Außenluft auszutauschen. Am einfachsten arbeiten Sie übrigens mit zwei Messgeräten. Sie können ein Hygrometer im Innenbereich und eines im Außenbereich anbringen. So lässt sich stets ohne viel Aufwand feststellen, wie es um die Luftfeuchte drinnen und draußen bestellt ist.

Richtig lüften im Herbst

Luftfeuchtigkeit im Herbst

Dass warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann, als kalte, wirkt sich gerade im Herbst stark auf Ihr Lüftungsverhalten aus. Ist es draußen bereits winterlich kühl, regnet aber den ganzen Tag, können Sie auf dem Außenhygrometer eine hohe Luftfeuchte ablesen. Ist auch im Innenbereich die Raumluftfeuchte stark angestiegen, sodass Sie einen Luftaustausch durchführen möchten, zögern sie nicht. Öffnen Sie die Fenster kurzzeitig (fünf Minuten) aber weit und lassen Sie die kühle Außenluft herein.

Auch wenn das Messgerät im Raum zunächst eine noch höhere Luftfeuchte bescheinigt, wird sich das rasch ändern. Denn sobald sich die Frischluft von draußen auf Raumtemperatur erwärmt hat, kann sie Feuchtigkeit aufnehmen und der Wert für die Raumluftfeuchte sinkt. Da die Idealwerte für die Luftfeuchte auch von der Raumbenutzung abhängen, sollten Sie sich für Ihr Lüftungsverhalten an der folgenden Tabelle orientieren:

Luftfeuchtigkeit
Raum zu niedrig ideal im Herbst zu hoch
Wohnzimmer < 39% 40 - 60% 40 - 60% > 60%
Esszimmer < 39% 40 - 60% 40 - 60% > 60%
Kinderzimmer < 39% 40 - 60% 40 - 60% > 60%
Arbeitszimmer < 39% 40 - 60% 40 - 60% > 60%
Schlafzimmer < 39% 40 - 60% 40 - 60% > 60%
Küche < 49% 50 - 60% 50 - 60% > 60%
Badezimmer < 49% 50 - 70% 50 - 70% > 70%
Keller < 49% 50 - 65% 50 - 65% > 65%

Wohnräume: In den Wohnräumen halten Sie und Ihre Mitbewohner sich die meiste Zeit auf. In der Regel verüben Sie dort keine anstrengenden Tätigkeiten. So sollten Sie für eine angenehme Raumtemperatur von circa 22 Grad sorgen und die Raumluftfeuchte liegt mit einem Wert zwischen 40 und 60 Prozent im Idealbereich für das körperliche Wohlbefinden. Zu den Wohnräumen zählen das Wohnzimmer, das Esszimmer, das Kinderzimmer, das büroähnliche Arbeitszimmer und auch ein Gästezimmer.

Schlafzimmer: In Schlafräumen liegt zwar die Idealtemperatur knapp unter 20 Grad, die optimale Raumluftfeuchte sollte jedoch, wie auch in den Wohnräumen 40 Prozent nicht unterschreiten und 60 Prozent nicht übersteigen. Da Sie während des Schlafens ebenfalls Feuchtigkeit an die Luft abgeben, erhöht sich nachts die Luftfeuchte stetig. Weil Sie im Schlaf natürlich nicht lüften können, müssen Sie vor dem Zubettgehen dafür sorgen, dass sich der Feuchtigkeitsgehalt im unteren Bereich befindet.

Küche & Badezimmer: Wie sich schon in der Tabelle erkennen lässt, müssen Küche und Bad als Sonderfälle betrachtet werden. Da wir in beiden Räumen mehrere Tätigkeiten verrichten, bei denen Wasserdampf an die Raumluft abgegeben wird, liegt der Wert für die ideale Raumluftfeuchtigkeit etwas höher. Dennoch müssen Sie, um Ihre Gesundheit und die Bausubstanz nicht durch Schimmelbildung an der Wand zu gefährden, einen Luftaustausch vornehmen.

Handelt es sich um einen nebligen Herbsttag mit hoher Außenluftfeuchtigkeit, kann es sinnvoll sein, statt der Fenster die Innentüren zu öffnen und die Raumluftfeuchte auf diese Weise zu senken. Alternativ können Sie auch die Raumtemperatur erhöhen. Denn da warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann, lässt sich auch auf diese Weise der Feuchtigkeitsgehalt in Küche oder Bad senken.

Keller: Wie Sie Ihren Keller am besten lüften, lässt sich nicht eindeutig klären, denn es hängt von seiner Benutzung ab. Ist das Untergeschoss zum Wohnraum ausgebaut, orientieren Sie sich am Lüftungsverhalten für die Wohnräume. Da die unterirdischen Außenmauern jedoch in der Regel kühler sind, als die oberirdischen, müssen Sie den Luftaustausch häufiger durchführen.

Haben Sie einen Hobby-, Trocken- oder Fitnessraum im Keller, wird er, wie das Badezimmer oder die Küche stoßgelüftet. Und wenn Sie das Untergeschoss nur als Lagerraum für Ihre Spirituosen nutzen, können Sie die Fenster tagsüber in Kippstellung lassen. Weitere Informationen für einen korrekten Luftaustausch im Untergeschoss können Sie auf der Seite Keller richtig lüften nachlesen.

Beim aufmerksamen Durchsehen der oben stehenden Tabelle können Sie nicht nur die Idealwerte für die Luftfeuchtigkeit der verschiedenen Räume Ihres Hauses ablesen, sondern auch erkennen, ab wann die Raumluftfeuchte jeweils zu hoch oder zu niedrig ist. Während der kälteren Jahreszeit liegt die zu erwartende Raumluftfeuchte eher im unteren Bereich, während sie an sommerlichen Tagen leicht die Maximalwerte erreicht.

Anleitung: richtig lüften im Herbst

In der Übergangszeit vom heißen Sommer zum kalten Winter sind Sie mehr als zu den übrigen Jahreszeiten auf Ihr Hygrometer angewiesen. Während Sie zum Herbstanfang noch mit den manchmal hohen Temperaturen des Altweibersommers rechnen dürfen, wird es zum Ende der dritten Jahreszeit schon empfindlich kühl und winterlich.

Richten Sie sich bei sommerlichen Temperaturen im Herbst nach dem Lüftungsverhalten für den Sommer und öffnen Sie die Fenster nur frühmorgens und spätabends für einen andauernden Luftaustausch von 20 Minuten. Haben Sie zum Herbstende bei kalten Temperaturen die Heizung laufen, lüften Sie so wie im Winter. Sie öffnen mehrmals täglich für fünf Minuten gegenüberliegende Fenster, um mithilfe des Durchzugs einen raschen und effektiven Luftaustausch vorzunehmen.

Handelt es sich um die üblichen grauen Herbsttage mit Nebel und Regen und Temperaturen um die zehn Grad, lüften Sie folgendermaßen:

  1. Messen Sie die Raumluftfeuchte mit dem Hygrometer im Innen- und im Außenbereich.
  2. Drehen Sie die Heizkörper ab.
  3. Öffnen Sie die Fenster sperrangelweit für fünf bis zehn Minuten.
  4. Schließen Sie die Fenster wieder und
  5. schalten Sie die Heizung wieder auf die gewünschte Temperatur.
  6. Bevor Sie einen erneuten Blick aufs Hygrometer werfen, warten Sie, bis sich die frische Luft auf Raumtemperatur erwärmt hat (also bis es im Raum wieder angenehm warm ist).
  7. Erst dann ist das Ergebnis relevant. Liegt nach der Anzeige auf Ihrem Messgerät die Rauluftfeuchte nun im unteren Bereich für den Idealwert, haben Sie alles richtig gemacht. Ist der Wert noch immer zu hoch, schalten Sie die Heizung kurzzeitig etwas höher.

Tipps zum richtig lüften im Herbst

  • Wer seine Gesundheit nicht aufs Spiel setzen will und Schimmelbildung an der Wand vermeiden möchte, sollte gerade im Herbst auf den Einsatz des Hygrometers nicht verzichten. Da der menschliche Körper eine zu hohe Luftfeuchtigkeit erst dann wahrnehmen kann, wenn sie weit über dem Idealwert für ein gesundes Raumklima liegt, müssen Sie sich für ein korrektes Lüftungsverhalten auf das technische Messgerät verlassen.
  • Weil sich die Außenmauern beim kurzen Stoßlüften nicht abkühlen, wird Ihr Raum nach dem Luftaustausch recht schnell wieder angenehm warm. Da warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann, als kalte, birgt das außerdem den Vorteil, dass Sie selbst bei nasskaltem Herbstwetter einen Luftaustausch vornehmen können.
  • Die Außenmauern im Souterrain sind im Herbst, auch wenn Sie heizen, nicht so warm, wie die Außenmauern die über der Erde liegen. Daher sollten Sie den Keller, der zum Wohnraum ausgebaut wurde, öfter lüften, als die übrigen Räume des Hauses. Um aber Ihre Heizkosten nicht in die Höhe zu treiben, lüften Sie während der Heizperiode im Herbst nur zwei bis dreimal täglich.
  • Im Gegensatz zum Keller heizt sich das Dachgeschoss bei warmen Außentemperaturen rasch auf, während es in der kalten Jahreszeit ebenso schnell auskühlt. Das bedeutet, dass Sie während der angenehmen Herbsttemperaturen die Fenster im Dachgeschoss tagsüber auf Kippstellung bringen können. Müssen Sie jedoch bereits heizen, orientieren Sie sich beim Lüftungsverhalten an den Angaben fürs Untergeschoss und lüften nur zwei- bis dreimal täglich mit weit geöffneten Fenstern.
  • Beheizen Sie an den ersten kühleren Tagen im Herbst Ihre Wohnung nur mit der Fußbodenheizung, muss sie während des Lüftens nicht ausgeschaltet werden. Allerdings sollten Sie in diesem Fall auf eine Kippstellung der Fenster verzichten und nur stoßlüften. Wichtige Infos zum Thema Fußbodenheizung finden Sie auch auf der Seite Richtig lüften und heizen