Luftfeuchtigkeit im Winter

Temperaturen unter null Grad Celsius machen vielen Leuten zu schaffen. Hinzukommt, dass die kühle Winterluft trocken ist. In der Wohnung lässt sich die Temperatur mithilfe der Heizung erträglich gestalten, aber auch die Heizungsluft ist sehr trocken. Nicht immer ist der Husten im Winter auf eine Erkältung zurückzuführen. Eventuell liegt der trockene Hals an einer zu niedrigen Raumluftfeuchte. Weil sich der Feuchtigkeitsgehalt der Luft nicht erfühlen lässt, sollten Sie ihn regelmäßig mit dem Hygrometer messen.

Sowohl eine zu niedrige Raumluftfeuchte, wie auch eine zu hohe führen zu gesundheitlichen Beschwerden, die Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten. Weil sich aber meistens schon mit einfachsten Mitteln eine Wohlfühlatmosphäre schaffen lässt, müssen Sie bei einer zu niedrigen oder einer zu hohen relativen Luftfeuchte im Winter nicht in Panik ausbrechen.

Luftfeuchtigkeit im Winter draußen

Die kalte Winterluft ist in der Regel eher trocken. Und auch wenn von Region zu Region die Unterschiede erheblich sein können, lässt sich eine deutschlandweite Tendenz aufzeigen. Während in den Sommermonaten Juli und August die Außenluft sehr feuchtigkeitsreich ist, liegen die Wintermonate Dezember bis März im unteren Bereich der absoluten Luftfeuchtigkeit.

Weil aus physikalischen Gründen die feuchte Luft weniger Flüssigkeit aufnehmen kann, als die trockene, verhält es sich mit der relativen Luftfeuchte genau umgekehrt. Die kalte Winterluft ist rasch gesättigt und daher liegen die Werte in den Monaten Dezember bis März am höchsten. Weitere interessante Informationen finden Sie auf der Seite relative Luftfeuchtigkeit

Auch im Laufe des Tages lässt sich eine Veränderung feststellen. Weil die Temperatur nach Sonnenaufgang leicht ansteigt, kann sie mehr Feuchtigkeit aufnehmen, während die eisigkalte Nachtluft rasch gesättigt ist, sodass die relative Luftfeuchte im Winter nachts häufig bei 100 Prozent liegt.

Wenn sich dann der Erdboden oder die Autoscheibe abkühlen, entsteht Kondenswasser, das sich als Tau oder Reif niederschlägt. Durch die Kühle der Nacht bildet sich eine Eisschicht und Sie müssen am Morgen das Autofenster freikratzen.

Alternativ können Sie warten, bis die Temperatur nach Sonnenaufgang wieder ansteigt. Denn dann kann die sich erwärmende Winterluft wieder mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Die Eisschicht auf der Fensterscheibe beginnt zu schmelzen, und das entstehende Schmelzwasser verdunstet. Daher ist es auch möglich, in der kalten Jahreszeit im Freien die Wäsche zu trocknen.

Luftfeuchtigkeit im Winter

Luftfeuchtigkeit im Winter in der Wohnung

Weil es im Winter draußen kalt und drinnen durch die Heizung kuschelig warm ist, neigen viele Menschen dazu, nicht zu lüften. Das hat zur Folge, dass die Luftfeuchte in der Wohnung immer mehr ansteigt, bis sie das Maximum für ein angenehmes Raumklima von 60 Prozent überschritten hat. Es wird schwül und Sie fühlen sich unwohl. Damit das nicht passiert, müssen Sie auch im Winter lüften.

Drehen Sie die Heizung ab und reißen Sie die Fenster sperrangelweit auf. Am besten öffnen Sie die Fenster in zwei gegenüberliegenden Räumen gleichzeitig. Wenn Sie die Innentüren ebenfalls offen stehen lassen, geht der Luftaustausch rasch vonstatten. Innerhalb von nur fünf Minuten ist die feuchtwarme Raumluft nach draußen abgezogen und trocken-kühle Winterluft erfüllt die Wohnung.

Länger sollten Sie die Fenster auch nicht geöffnet lassen. Denn so verhindern Sie, dass die Wohnung zu stark auskühlt. Stellen Sie die Heizung nach dem Stoßlüften wieder an und Sie dürfen sich für mehrere Stunden in einem angenehmen Raumklima wohlfühlen. Weitere Tipps, Informationen und ausführliche Anleitungen finden Sie hier: Richtig lüften und heizen

Bedenken Sie, nicht nur der Mensch gibt über seine Atemluft Feuchtigkeit an die Umgebung ab. Auch die Haustiere bringen die Raumluftfeuchte zum Steigen. Zimmerpflanzen, Aquarien und der Zimmerbrunnen ebenfalls. Wenn Sie im Winter früh morgens zur Arbeit gehen, müssen Sie deshalb Sorge tragen, dass Ihre Wohnung nicht zu stark auskühlt.

Wasser, das verdunstet, würde sich am Fenster oder einer Außenwand niederschlagen und die Schimmelbildung wäre vorprogrammiert. Um den gesundheitsgefährdenden Schimmel zu vermeiden, müssen Sie für eine optimale Raumluftfeuchte sorgen. Das funktioniert in der kalten Jahreszeit nur, wenn Sie die Heizung anschalten, sodass es im Zimmer nicht zu kühl wird.

Im Keller können Sie von der kalten Winterluft profitieren. Hat sich Feuchtigkeit angesammelt, besteht jetzt die Möglichkeit, den Keller auszutrocknen. Messen Sie mithilfe eines Hygrometers den Feuchtigkeitsgehalt der Außen- und Kellerluft. Sobald die Luft draußen trockener ist, als drinnen, reißen Sie die Fenster auf. Ist der Luftaustausch vollzogen, können Sie die Kellerfenster auf Kippstellung bringen.

Wer in einer gut isolierten Dachgeschosswohnung lebt, darf sich im Winter freuen. Mussten Sie im Sommer die Klimaanlage anwerfen, können Sie jetzt Heizkosten sparen. Weil die warme Luft nach oben steigt, haben Sie die wärmsten Räume im ganzen Haus. Achten müssen Sie darauf, dass die Luftfeuchte nicht zu niedrig wird. Denn die Heizungsluft ist nicht nur warm, sondern auch trocken.

Wer seine Wäsche auf dem nicht geheizten Dachboden trocknet, hat im Winter mit einer erhöhten Raumluftfeuchte zu kämpfen. Denn kalte Luft kann nicht viel Feuchtigkeit aufnehmen. Beim Wäschetrocknen verdunstet Wasser, das an den Raum abgegeben wird. Ist die Luft gesättigt, schlägt sich das Kondenswasser an Fenster oder Außenwand nieder und Sie müssen mit Schimmelbildung rechnen.

Weitere Tipps, wie Sie die Luftfeuchte im Winter in den Griff bekommen: Richtig lüften im Winter

Luftfeuchtigkeit im Winter erhöhen

Für ein ideales Raumklima liegt die Luftfeuchte weder zu hoch, noch zu niedrig. Durch die trockene Heizungsluft kann im Winter die Raumluftfeuchte unter 40 Prozent fallen. Kurzes Stoßlüften schafft Abhilfe. Denn wenn Sie die Fenster nur fünf Minuten sperrangelweit öffnen, kann kühle, feuchte Winterluft einströmen. Gleichzeitig wird die trockene Heizungsluft nach draußen gezogen.

  • Wenn Sie zum Lüften im Winter die Fenster von zwei gegenüberliegenden Räumen öffnen und auch die Innentüren offenlassen, entsteht ein Sog und der Luftaustausch findet schnell statt. Selbstverständlich müssen Sie die Heizung ausdrehen. Wenn Sie im Anschluss die Heizung anschalten, dauert es nicht lange, bis die Wohlfühltemperatur wieder erreicht ist.
  • Lässt sich durch Lüften allein die Luftfeuchte nicht ausreichend erhöhen, können Sie kleine Schalen mit Wasser in der Wohnung verteilen. Auf oder in der Nähe des Heizkörpers verdunstet das Wasser am schnellsten und die Raumluftfeuchte nimmt rasch zu. Die Wasserschalen müssen oft und regelmäßig gereinigt werden, weil sich sonst Keime und Bakterien darin ansammeln.
  • Gerade, wenn es im Winter zu kalt ist, um die Wäsche im Freien zu trocknen, bietet es sich an, dort, wo Sie die Raumluftfeuchtigkeit erhöhen möchten, den Wäscheständer aufzustellen. Denn durch das Trocknen der Wäsche verdunstet Wasser, das die Zimmerluft aufnimmt.
  • Dass beim Kochen und Spülen Wasser verdampft, können Sie ausnutzen, um auch in anderen Räumen den Feuchtigkeitsgehalt der Luft zu erhöhen. Öffnen Sie einfach die Innentüren. So können Sie die Feuchtigkeit gezielt in einen anderen Raum ableiten.

Weitere Tipps, wie Sie den Raumluftfeuchte anheben, finden Sie hier: Luftfeuchtigkeit erhöhen

Luftfeuchtigkeit im Winter senken

Weil kalte Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann, ist sie schnell gesättigt. Um eine Kondenswasserbildung zu vermeiden, müssen Sie im Winter die Temperatur der Raumluft erhöhen. Wenn Sie die Heizung etwas höher drehen, sodass die Zimmertemperatur steigt, senkt sich durch diese Maßnahme automatisch der Feuchtigkeitsgehalt in der Luft.

  1. Auch ein regelmäßiger Luftaustausch trägt zum Senken der Luftfeuchtigkeit bei. Allerdings dürfen Sie dazu Ihre Fenster nicht allzu lange offenstehen lassen. Fünf Minuten Querlüften reichen aus, um einen kompletten Luftaustausch vorzunehmen. Drehen Sie vorher die Heizung ab und vergessen Sie nicht, sofort nach dem Lüften, den Heizkörper wieder anzuschalten.
  2. Weil durch Kochen oder Duschen viel Wasser verdampft erhöht sich die Raumluftfeuchte in Bad und Küche stark. Es ist wichtig, dass Sie trotz der eisigen Kälte im Winter den Wasserdampf durch ein kurzes Stoßlüften nach draußen ableiten. Allerdings sollten Sie die Fenster nicht zu lange offenlassen, sodass der Raum nicht so sehr auskühlt.
  3. Obwohl es verlockend ist, wenn es draußen zu kalt ist, um die nasse Wäsche an der Leine zu trocknen, den Wäscheständer in der Wohnung aufzustellen, sollten Sie davon absehen. Denn beim Wäsche trocknen verdampft viel Wasser. Warten Sie zum Wäsche waschen und trocknen einen milden Wintertag ab, an dem die Wäsche auch im Freien trocknet.
  4. Als Hausmittel zum Senken der Raumluftfeuchte hat sich Tafelsalz als effektiv erwiesen. Befüllen Sie mehrere Schalen mit Salz und verteilen Sie sie im Raum. Weil das Salz Feuchtigkeit absorbiert, wird es auch die Nässe aus der Luft herausziehen. Sobald Sie feststellen, dass die einzelnen Salzkörner nicht mehr locker durch die Finger rieseln, tauschen Sie es gegen frisches Salz aus.

Noch mehr Möglichkeiten, wie Sie im Winter einen zu hohen Feuchtigkeitsgehalt der Raumluft in den Griff bekommen können, stehen auf der Seite: Luftfeuchtigkeit senken