Keller richtig lüften

Oftmals ist der Keller das Sorgenkind des Hauses, denn nicht immer lässt sich das Untergeschoss trockenlegen. Es gibt Keller, bei denen Sie sich mit einer erhöhten Raumluftfeuchtigkeit abfinden müssen. Diese Räume eignen sich selbstverständlich nicht zur Kellerwohnung und können allenfalls als Lager für Wein oder Kohle genutzt werden.

Weil erst in den Häusern, die nach 1970 gebaut wurden, auch die Keller entsprechend isoliert wurden, ist ein Austrocknen des Untergeschosses in Altbauten oft nicht möglich. Wenn Sie einen solchen Keller haben, sollten Sie sich mit den Gegebenheiten abfinden, und keine faulen Kompromisse eingehen. Durch die hohe Feuchtigkeit, die sich Sommer wie Winter im Gewölbekeller hält, lässt sich Schimmel häufig nicht vermeiden. Verzichten Sie in diesem Fall Ihrer Gesundheit zuliebe auf das Bewohnen des Untergeschosses.

Luftfeuchtigkeit im Keller

Wie hoch die optimale Luftfeuchte für Ihren Keller ist, hängt ganz von seiner Nutzung ab. Wenn Sie den modernen Keller als Arbeitszimmer, Wohnraum oder Hobbykeller nutzen, sollte die Raumluftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Die optimale Wohntemperatur beträgt circa 20 Grad.

Dient Ihnen das Untergeschoss des Hauses in erster Linie als Lebensmittellager, darf die Raumfeuchte etwas höher sein. Die Idealwerte schwanken dann, zwischen 50 und 65 Prozent.

Auch als Wasch-, Bügel- und Trockenraum wird der Keller gerne benutzt. In diesem Fall ist es besonders wichtig, dass Sie, um Schimmelbildung zu vermeiden, das regelmäßige Lüften nicht vergessen.

Weil der Keller der kälteste Raum des Hauses ist, will das Lüften gelernt sein. Bei falschem Lüftungsverhalten dringt die warme Luft ins Untergeschoss ein und kühlt dort rasch ab. Es bildet sich Kondenswasser an der Kellerwand und es kommt zur Schimmelbildung. Daher ist es nicht zu jeder Zeit möglich, das Untergeschoss mit Frischluft zu bedienen.

Ist Ihr Keller trotz richtigen Lüftens stets feucht, können Sie versuchen, durch den Einsatz von professionellen Luftentfeuchtern oder mithilfe von Hausmitteln die Raumluftfeuchtigkeit herabzusetzen. Weitere ausführliche Infos und Tipps finden Sie auf der Seite Luftfeuchtigkeit im Keller

Keller richtig lüften

Keller richtig lüften im Sommer

Durch seine Lage ist der Keller auch im Sommer der kühlste Raum des Hauses. Weil die warme Außenluft nicht bis ins Erdreich vordringt, erwärmen sich auch die Außenmauern des Untergeschosses nicht, beziehungsweise nur sehr langsam. Dem sollten Sie beim Lüften des Kellers im Sommer Rechnung tragen. Um für ein optimales Raumklima im Keller zu sorgen, gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Denken Sie daran: Der kühle Kellerraum lässt sich im Sommer nicht durch Lüften erwärmen. Im Gegenteil, wenn Sie die warme, feuchte Luft einlassen, kühlt sie rasch ab und die Raumluftfeuchtigkeit steigt rapide an. Kontrollieren Sie daher auch im Keller regelmäßig mithilfe des Hygrometers die Luftfeuchte.
  • Lüften Sie nur dann, wenn der Feuchtigkeitsgehalt der Außenluft (sie müssen ihn mit einem zweiten Hygrometer, das im Freien angebracht ist, messen) nicht höher ist, als die Luftfeuchte des Kellerraumes. Im Sommer eignen sich in der Regel die frühen Morgenstunden.
  • Um einen raschen und umfangreichen Luftaustausch zu erreichen, öffnen Sie die Kellerfenster so weit wie möglich. Am effektivsten lüften Sie, wenn Sie zwei gegenüberliegende Fenster gleichzeitig öffnen. Dadurch entsteht ein Durchzug, der bewirkt, dass die Innenluft rascher nach außen gezogen wird, während die Außenluft schneller eindringen kann.
  • Lassen Sie im Sommer die Fenster gute 20 Minuten geöffnet und schließen Sie sie nach dem Lüften wieder vollständig. Bei kleinen Fenstern können Sie einen kleinen Spalt offenlassen.
  • Bei hohen Außentemperaturen ist ein einmaliges Lüften am Tag ausreichend. In der Übergangszeit (Frühjahr und Herbst) und bei gemäßigten Sommertemperaturen darf das Untergeschoss gerne zwei- bis dreimal gelüftet werden.
  • Wenn Sie in Ihrem Keller Arbeiten verrichten, wie Bügeln oder waschen, sollten Sie nach getaner Tat die überschüssige Raumluftfeuchte sofort nach draußen entweichen lassen. Allerdings ist dazu nur ein kurzes Stoßlüften von 5 bis 10 Minuten notwendig. Ist der Feuchtigkeitsgehalt der Außenluft jedoch trotzdem höher, entfällt das Lüften.

Weitere Infos zum Lüftungsverhalten finden Sie auf der Seite Richtig lüften im Sommer

Keller richtig lüften im Winter

Gerade im Winter, wenn es häufig regnet oder schneit, wird das Untergeschoss gerne zum Wäscheaufhängen genutzt. Dann entsteht eine erhöhte Raumfeuchte, die Sie nach außen ableiten sollten. Aber auch wenn Ihnen der Keller nur als Lagerraum dient, sollten Sie das Lüften nicht vergessen. Gehen Sie in der kalten Jahreszeit folgendermaßen vor:

  1. Behandeln Sie das Untergeschoss in punkto Lüften nicht stiefmütterlich, denn schließlich ist das ganze Haus auf diesen Mauern aufgebaut, deren Bausubstanz Sie nicht unnötig gefährden sollten. Kontrollieren Sie daher auch im Keller regelmäßig die Luftfeuchte mit dem Hygrometer.
  2. Wenn Sie eine erhöhte Raumfeuchte (Idealwerte siehe Luftfeuchtigkeit Tabelle) feststellen, sollten Sie unbedingt die Fenster öffnen.
  3. Auch im Keller wird während der kalten Jahreszeit stoßgelüftet. Das heißt, Sie öffnen die Kellerfenster, soweit es möglich ist, und sorgen somit für einen raschen und umfangreichen Luftaustausch.
  4. Wenn Sie die Kellerfenster zweier gegenüberliegender Kellerräume gleichzeitig öffnen, sorgen Sie für einen Durchzug. Die Raumluft wird dann, wie bei einem Sog nach draußen gezogen und die Außenluft strömt rasch ein. Querlüften geht schneller und ist besonders effektiv.
  5. Nach 10 Minuten können Sie im Winter die Kellerfenster wieder schließen.
  6. Wenn der Winter keine allzu starken Minusgrade aufweist, dürfen Sie im ungeheizten Untergeschoss die Fenster aber auch tagsüber in Kippstellung belassen. Dadurch findet ein regelmäßiger Luftaustausch statt, der einerseits die Bildung von Kondenswasser an der Kellerwand verhindert und Ihnen andererseits die Arbeit des mehrmaligen Lüftens erspart.
  7. Falls Sie den Keller im Winter zum Aufhängen der Wäsche benutzen, ist die Kippstellung der Kellerfenster ein Muss.

Weitere Infos zum Lüftungsverhalten finden Sie auf der Seite Richtig lüften im Winter

Tipps: Keller richtig lüften

  • Je nach Nutzung des Kellers ändert sich das Lüftungsverhalten. Wohnen Sie in einem Neubau mit einem gut isolierten Untergeschoss und ist der Keller gar als Wohnraum ausgebaut, so sollten Sie sich beim Lüftungsverhalten auch an den Werten für Wohnräume orientieren. Die optimale Luftfeuchte liegt dann zwischen 40 und 60 Prozent und Sie lüften das beheizte Kellergeschoss auf die gleiche Weise, wie einen Wohnraum.
  • Wenn Sie im Untergeschoss Lebensmittel gelagert haben, werden Sie den Keller während der Wintermonate nicht heizen. Sorgen Sie dann dafür, dass die Temperaturen nicht unter 0 Grad fallen. Lassen Sie die Fenster tagsüber gekippt. Im Sommer halten Sie die Kellerfenster geschlossen. Ein tägliches Lüften ist für die Aufbewahrung von Lebensmitteln nicht notwendig. Wenn Sie ab und zu in den frühen Morgenstunden (zwischen 5 und 6 Uhr) für einen Luftaustausch sorgen, ist das vollkommen ausreichend.
  • Der Gewölbekeller, der das ganze Jahr über leicht feucht ist und sich auch nicht trocken legen lässt, wird ebenfalls spärlich gelüftet. Damit es nicht modrig riecht, öffnen Sie im Sommer die Kellerfenster am frühen Morgen zwischen 5 und 6 Uhr für circa 30 Minuten. Im Winter können Sie die Kellerfenster tagsüber und nachts in Kippstellung belassen. Lediglich bei starken Minusgraden sollten Sie die Fenster schließen.