Richtig lüften im Winter

Die kalte trockene Winterluft verhält sich beim Lüften unterschiedlich zur schwülwarmen Sommerluft. Daher müssen Sie, um auch im Winter ein optimales Raumklima zu schaffen, Ihr Lüftverhalten der Jahreszeit anpassen. Während Sie im Sommer die warme, feuchte Außenluft, die sich im Laufe des Tages aufbaut, nicht im Raum erwünscht ist, verhält es sich im Winter umgekehrt. Die trockene Winterluft eignet sich hervorragend, um einen Luftaustausch im Wohnraum vorzunehmen.

Allerdings sollte das Lüften im Winter nur von kurzer Dauer sein, damit der mühevoll aufgeheizte Raum nicht auskühlt. In den Übergangszeiten Frühling und Herbst orientieren Sie sich, je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit am optimalen Lüftverhalten für den Sommer oder Winter. Bei Räumen im warmen Dachgeschoss oder im kühlen Keller sollten Sie zusätzlich die bauliche Besonderheit berücksichtigen.

Lüftungsverhalten im Winter

Um auch im Winter für ein optimales Raumklima zu sorgen, beachten Sie beim Lüften folgendes:

  • Lüften Sie kurz aber effektiv. Das heißt, öffnen Sie die Fenster so weit es geht. Beim Fenster Kippen geht der Luftaustausch wesentlich langsamer vonstatten.
  • Wenn Sie während des Luftaustausches die Heizquelle abdrehen, können Sie viel Energie sparen. Weitere Infos: Richtig lüften und heizen
  • Auch durch das weite Öffnen der Fenster sparen Sie Energie. Denn entweder müssen Sie beim Kippfenster die Heizung weiterlaufen lassen, oder, weil das Lüften beim gekippten Fenster wesentlich länger dauert, laufen Sie Gefahr, dass der Raum auskühlt.
  • Öffnen Sie im Winter immer nur für 5, höchstens 10 Minuten die Fenster. Aber führen Sie dieses Stoßlüften vier bis fünfmal täglich durch.
  • Im Winter bleiben die Fenster nachts geschlossen.

Richtig lüften im Winter

Luftfeuchtigkeit im Winter

Während Sie im Sommer in der Regel darauf achten müssen, dass die Luftfeuchte Ihrer Zimmer nicht zu hoch wird, kämpfen Sie im Winter mit dem umgekehrten Problem. Das Lüften dient in erster Linie dem Sauerstoffaustausch, denn sowohl die Heizungsluft im Raum, wie auch die kalte Winterluft draußen sind feuchtigkeitsarm. Um dennoch ein perfektes Raumklima zu schaffen, orientieren Sie sich am besten an den Werten aus nachfolgender Tabelle. Beachten Sie dabei, dass sich die ideale Raumluftfeuchtigkeit der einzelnen Zimmer unterscheidet.

Luftfeuchtigkeit
Raum zu niedrig ideal im Winter zu hoch
Wohnräume < 39% 40 - 60% 40 - 45% > 60%
Arbeitsräume < 39% 40 - 60% 40 - 45% > 60%
Kinderzimmer < 39% 40 - 60% 40 - 45% > 60%
Schlafzimmer < 39% 40 - 60% 40 - 45% > 60%
Küche < 49% 50 - 60% 50 - 53% > 60%
Bad < 49% 50 - 70% 50 - 55% > 70%
Keller < 49% 50 - 65% 50 - 55% > 65%

In den Wohnräumen (Wohnzimmer, Esszimmer, Gästezimmer, etc.) sowie im Arbeitszimmer und im Kinderzimmer liegt die ideale Raumluftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Durch die trockene Heizungsluft und die trockene Außenluft werden Sie im Winter die Obergrenze dieser Werte jedoch selten erreichen. Im Gegenteil, oft müssen Sie trotz eines korrekten Lüftungsverhaltens mit weiteren Mitteln gegen eine zu niedrige Luftfeuchte kämpfen.

Im Schlafzimmer die gewünschte Raumfeuchte zu erreichen, ist oft nicht einfach. Denn jedes Lebewesen (Mensch, Tier, Pflanze), das sich nachts im Schlafzimmer aufhält, reichert die Luft mit Feuchtigkeit, die durch die Atemluft ausgestoßen wird, an. Daher sollten Sie vor dem Zubettgehen eher ein bisschen länger lüften, um einerseits eine angenehme Schlaftemperatur zu erreichen und andererseits die Luftfeuchte zu senken. Am Morgen leiten Sie die feuchtigkeitsreiche Zimmerluft durch ein erstes Stoßlüften nach draußen und lassen die trockene Winterluft eindringen.

Im Badezimmer und in der Küche erhöht sich die Luftfeuchtigkeit durch die dort verrichteten Tätigkeiten automatisch. Um weder Ihre Gesundheit noch die Bausubstanz zu gefährden, sollten Sie eine zu hohe Raumluftfeuchtigkeit vermeiden und sofort nach dem Duschen oder dem Kochen die feuchtwarme Zimmerluft durch Stoßlüften mit kalter Winterluft austauschen.

Der Keller ist, als der kälteste Raum des Hauses, der einzige Ort, an dem Sie im Winter die Fenster kippen können. Lassen Sie im ungeheizten Keller tagsüber die Fenster auf Kippstellung, kann die feuchte Luft nach draußen und die trockene Winterluft nach drinnen. Auf diese Weise beugen Sie einer Schimmelbildung an den Kellerwänden vor. Natürlich gilt das nur bei Kellern, die nicht zu Wohnräumen umgebaut wurden. Weitere Infos: Keller richtig lüften

Wie Sie aus der Tabelle ersehen können, ist es normal, dass in der kalten Jahreszeit die Raumluftfeuchte eher im unteren Bereich der empfohlenen Werte liegt. Achten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe darauf, dass diese Werte nicht allzu oft unterschritten werden, denn auch die zu niedrige Luftfeuchte birgt Gesundheitsgefahren. Weitere Infos: Luftfeuchtigkeit in Räumen

Anleitung: richtig lüften im Winter

  1. Wenn Sie tagsüber nicht zuhause sind, lüften sie im Winter nur zweimal am Tag, und zwar morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem Zubettgehen. Wer sich auch tagsüber zuhause aufhält, lüftet drei- bis fünfmal täglich.
  2. Drehen Sie zuerst die Heizung ab, um Energie zu sparen.
  3. Öffnen Sie dann die Fenster sperrangelweit und lassen Sie sie für 5 (höchstens für 10) Minuten offenstehen.
  4. Schließen Sie die Fenster wieder und stellen Sie auch die Heizung wieder auf die gewünschte Temperatur.
  5. Im Idealfall haben Sie durch das Lüften die Raumluft nicht nur mit Sauerstoff angereichert, sondern außerdem eine Raumluftfeuchtigkeit innerhalb der in der Tabelle angegebenen Grenzen erreicht.
  6. Schließen Sie nach jedem Lüften die Fenster wieder vollständig, um keine Energie zu verschwenden. Bei gekipptem Fenster steigen Ihre Heizkosten.

Tipps zum richtig lüften im Winter

  • Damit Sie schnell feststellen können, ob Sie durch Lüften Ihr Raumklima verbessern können, sollten Sie sowohl Ihre Raumluftfeuchte, wie auch die Außenluft mithilfe eines Hygrometers regelmäßig kontrollieren. Sie benötigen also mindestens zwei Geräte, von denen eines im Außenbereich angebracht wird und ein zweites im Zimmer. Je nachdem, ob Sie die Raumfeuchte erhöhen oder erniedrigen möchten, lüften Sie, wenn die Außenluft die gewünschte Luftfeuchte aufweist.
  • Räume, die im Souterrain gelegen sind, verhalten sich auch im Winter ähnlich wie Kellerräume. Das bedeutet, dass sie kälter sind und daher mehr beheizt werden müssen, wenn sie als Wohnraum genutzt werden. Um die Heizkosten nicht zusätzlich durch überlanges Lüften zu erhöhen, sollten Sie im Souterrain im Winter nur zwei- bis dreimal lüften.
  • Wenn das Dachgeschoss gut isoliert ist, hält sich die Wärme oft länger, als in tiefer gelegenen Räumen des Hauses. Das heißt, Sie erreichen Ihre gewünschte Zimmertemperatur schneller und können auch im Winter guten Gewissens 10 Minuten die Fenster öffnen, ohne Gefahr zu laufen, dass sich Ihre Heizkosten erhöhen.
  • Schlecht isolierte Altbauten halten die Wärme nicht. Deshalb fallen Ihre Heizkosten höher aus. Lüften Sie im Winter nur zweimal täglich und lassen die Fenster für nicht mehr als 5 Minuten offen.
  • Damit im Winter das Lüften möglichst rasch vonstattengeht, öffnen Sie die Fenster gegenüberliegender Räume gleichzeitig. Durch das Querlüften entsteht ein Luftzug und der Luftaustausch benötigt nur sehr wenig Zeit.