Relative Luftfeuchtigkeit

Ein schlechtes Klima kann die Stimmung verderben. Das gilt fürs Betriebsklima ebenso wie für das Raumklima. Während wir uns die Vorgesetzten und Kollegen leider nicht aussuchen können, sind die entscheidenden Aspekte für gesunde Innenräume, nämlich Temperatur und Luftfeuchte, sehr wohl beeinflussbar. Der Feuchtigkeitsgrad eines Raumes, der für das körperliche Wohlbefinden und die Gesundheit relevant ist, wird in der relativen Luftfeuchtigkeit angegeben.

Die relative Raumluftfeuchtigkeit ist abhängig von der Temperatur und sie bezieht sich auf die absolute Luftfeuchtigkeit. Das heißt, wenn sich die Temperatur des Raumes verändert, ändert sich auch die relative Luftfeuchte. In welchem Verhältnis Temperatur, absolute Raumfeuchte und relative Feuchtigkeit zueinander stehen, werden Sie gleich erfahren.

Definition: relative Luftfeuchtigkeit

Dieser Begriff hat zwei Bestandteile. Der Zweite ist schnell erklärt. Luftfeuchtigkeit, oder oft nur kurz Luftfeuchte genannt, bezeichnet den Wasseranteil in Form von Dampf in der Umgebungsluft. Da offensichtlich eine genauere Bestimmung notwendig ist, scheint es mehrere "Feuchtigkeiten" zu geben:

  • Die verständlichste ist die absolute Luftfeuchte. Sie gibt an, wieviel Gramm Wasser sich in einem Kubikmeter Luft befinden.
  • Die Natur hat bestimmt, dass Luft nicht unbegrenzt Wasser aufnehmen kann, sondern einen strikten Höchstwert festgelegt. Die relative Luftfeuchtigkeit ist der tatsächliche Wasseranteil bezogen auf das physikalische Maximum. Würde das z. B. 20 g/m³ betragen und in Wirklichkeit aber nur 10 g/m³ im Raum schweben, liegt die relative Luftfeuchte bei 50 %.
  • Kompliziert wird die Angelegenheit, weil die maximale Feuchte abhängig ist von der Temperatur.

Raumluftfeuchtigkeit und Temperatur

Grundsätzlich gilt: Je höher die Temperatur, desto mehr Wasser kann die Luft aufnehmen. Allerdings ist der Zusammenhang nicht geradlinig, sondern die maximale Luftfeuchte wächst mit steigender Wärme rasant an. Beträgt sie bei 0 °C knapp 5 g/m³, sind es bei 30 °C schon 30 g/m³.

Relative Luftfeuchtigkeit

Ohne Kenntnis dieses Dampfsättigungskurve genannten Verlaufs, erlaubt die Angabe der relativen Feuchte also keinen direkten Rückschluss auf die absolute Wassermenge in der Luft. Wir verzichten auf den notwendigen Ausflug in die Physik. Als vereinfachte Erklärung reicht folgende Vorstellung:

Wasserdampf übt wie jeder andere gasförmige Stoff einen Druck auf seine Umgebung aus. Er ist abhängig von der Dampfmenge und der Temperatur.

  1. Solange der Dampfdruck kleiner oder gleich dem Druck der restlichen Gase in der Luft ist, bleibt das Wasser im gasförmigen Zustand.
  2. Steigt die Dampfmenge und damit der Dampfdruck, kann der Gegendruck nicht mehr verhindern, dass sich die winzigen Dampftröpfchen zu größeren Tropfen zusammenschließen. Die überschüssige Feuchtigkeit wird ausgeschieden, sie kondensiert.
  3. Da mit steigender Temperatur nicht nur der Dampfdruck, sondern auch der Gasdruck der Luft steigt, kann warme Luft mehr Feuchtigkeit tragen als kalte.

Relative Luftfeuchtigkeit berechnen

Damit sind alle Parameter eingeführt, die zur Berechnung der relativen Luftfeuchte notwendig sind. Sie können in einem einfachen Dreisatz in Beziehung gesetzt werden. In Worten beschrieben lautet er:

relative Feuchte geteilt durch 100 % = absolute Feuchte geteilt durch maximale Feuchte

Ein Beispiel dazu sieht folgendermaßen aus: In einem Raum beträgt die absolute Raumfeuchte 8 Gramm pro Kubikmeter. Damit ist jedoch nicht das Maximum erreicht. Die Luft könnte bei der herrschenden Temperatur 32 g pro Kubikmeter aufnehmen, ohne dass das Wasser zu Wasserdampf kondensieren würde. Um die relative Luftfeuchte festzustellen wird nun die Formel angewendet:

  • Relative Luftfeuchte geteilt durch 100% = 8 g/m³ geteilt durch 32 g/m³
  • Relative Luftfeuchte geteilt durch 100% = 0,25 g/m³
  • Relative Luftfeuchte geteilt durch 100% mal 100% = 0,25 g/m³ mal 100%
  • Relative Luftfeuchte = 25%

Weitere Formeln zum Thema und einen Rechner zum Ausrechnen der relativen Feuchte im Raum finden Sie auf der Seite Berechnung von Taupunkt und relativer Feuchte

Die Physiker kennen noch eine Reihe weiterer Formeln, mit denen sie wiederum die einzelnen Parameter berechnen. Das würde an dieser Stelle zu weit führen und ist für den Alltag eher uninteressant.

Selbstverständlich muss aber die relative Feuchte eines Raumes nicht zwangsläufig über andere Größen berechnet werden, sondern kann auch mithilfe eines Hygrometers gemessen werden. Im Handel sind verschiedene Hygrometer zu finden, die mit unterschiedlichen Messmethoden arbeiten.

Einige dieser Messgeräte machen sich zunutze, dass sich bestimmte Soffe bei Feuchtigkeit ausdehnen. Bei anderen Geräten wird mithilfe von Sensoren die Raumfeuchte gemessen. Auch chemische Reaktionen mit Wasser werden bei bestimmten Materialien zum Messen herangezogen und beim Psychrometer bestimmt der Temperaturunterschied zwischen dem eingebauten Feuchtthermometer und dem eingebauten Trockenthermometer die Raumluftfeuchtigkeit.

Relative Luftfeuchtigkeit in Räumen

In Wohnräumen, aber auch in Arbeits- oder Lagerräumen, kommt der relativen Luftfeuchte eine wesentliche Bedeutung zu. Für unsere Gesundheit sollte sie nicht zu hoch und auch nicht zu niedrig liegen. Der optimale Mittelwert liegt bei 40 bis 60 %. Dennoch ist nicht jeder Raum mit den gleichen Maßstäben zu betrachten.

In Bad und Küche ist es generell feuchter als in Wohn- und Schlafzimmer. Weiter gibt es noch den Keller, in dem meist eine wesentlich niedrigere Temperatur herrscht als in den anderen Räumen. Ausführliche Informationen über die anzustrebenden optimalen Werte für die einzelnen Räume finden Sie hier: Tabelle: relative Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen

Damit Sie in jedem Ihrer Räume die optimale Luftfeuchte erhalten, sollten Sie mit zuverlässigen Hygrometern, die gegebenenfalls von Zeit zu Zeit justiert werden müssen, zunächst die Feuchtigkeit im Raum messen. Anhand Ihres Messergebnisses und mit Blick auf die angestrebte Raumfeuchte können Sie dann die geeigneten Maßnahmen ergreifen.

Liegen Ihre Messewerte drastisch über oder unter der erstrebenswerten Raumluftfeuchtigkeit, sollten Sie keinesfalls ein Auge zudrücken. Schließlich geht es bei den Folgen eines schlechten Raumklimas nicht „nur“ um Bauschäden, sondern auch um Ihre Gesundheit.