Luftfeuchtigkeit erhöhen

Nicht nur die Raumtemperatur spielt eine wichtige Rolle, damit wir uns in den eigenen vier Wänden wohlfühlen, auch das Raumklima ist ausschlaggebend. Dabei ist zu bedenken, dass die Luftfeuchtigkeit weder zu hoch noch zu niedrig sein sollte. Beide Extreme wirken sich nachteilig auf unser Wohlbefinden und in vielen Fällen auch auf die Gesundheit aus.

Die optimale Luftfeuchte ist das Ideal, das anzustreben ist. Um den Feuchtigkeitsgehalt der Luft im Auge zu behalten, hilft ein Blick aufs Hygrometer (siehe Luftfeuchtigkeit messen). Ab wieviel Prozent die Raumfeuchte zu niedrig ist, erfahren Sie hier: Luftfeuchtigkeit Tabelle

Um das Optimum zu erreichen gibt es, wie fast immer im Leben, unterschiedliche Möglichkeiten. Sie können das Fenster öffnen und feuchte Außenluft einlassen. Sie haben die Möglichkeit mithilfe von Zimmerpflanzen das Raumklima zu verbessern und Sie können sich der modernen Technik bedienen und einen Luftbefeuchter ins Zimmer stellen.

Richtig lüften für höhere Luftfeuchtigkeit

Wer auf Dauer das gesunde Maß an Feuchtigkeit in der Luft nicht erreicht, der sollte sich Gedanken machen, worin sich die niedrige Luftfeuchte in der Wohnung begründet. Oft liegt es nur an einem falschen Lüftungsverhalten und dem Problem kann schnell Abhilfe geschaffen werden:

  • Mit gekippten Fenstern einen Luftaustausch in der Wohnung vorzunehmen ist sehr langwierig. Wesentlich effektiver ist Stoßlüften bei weit geöffneten Fenstern.
  • Wer die hohe Luftfeuchte des Badezimmers ausnutzen möchte, öffnet nach dem Baden nicht das Fenster, sondern die Badezimmertüre. So kann die Feuchtigkeit in die übrigen Räume entweichen.
  • Raucher sollten möglichst so lüften, dass sie gegenüberliegende Fenster öffnen um einen Durchzug zu schaffen und die ungesunde, trockene Luft gegen nikotinfreie, feuchtere Luft austauschen.
  • Lüften Sie mehrmals täglich. Auf diese Weise verbessern Sie nicht nur das Raumklima, sondern tauschen gleichzeitig regelmäßig die verbrauchte, sauerstoffärmere Luft gegen frische, sauerstoffreiche Luft aus.
  • Lüften Sie dann, wenn die Außenluft mehr Feuchtigkeit enthält als die Raumluft. Ob das der Fall ist, stellen Sie mithilfe von zwei Hygrometern fest. Das eine Messgerät sollte sich dabei im Wohnraum befinden, das andere im Freien.

Weitere Tipps, wie Sie zu welcher Jahreszeit lüften, finden Sie auf der Seite richtig lüften

Mit Pflanzen die Luftfeuchtigkeit erhöhen

Nicht selten ist die gemütliche Fußbodenheizung mit schuld an der niedrigen Raumluftfeuchte. Deswegen ist es aber nicht notwendig, auf den Genuss der immer warmen Füße zu verzichten. Das einfachste Mittel den Feuchtigkeitsgehalt der Luft zu erhöhen, besteht im Aufstellen von Zimmerpflanzen.

  1. Nicht jede Zimmerpflanze eignet sich als Luftbefeuchter. Nur Pflanzen, die viel Wasser benötigen, geben auch viel Wasserdampf an die Raumluft ab.
  2. Besonders geeignet sind Zyperngras oder Papyrus-Pflanzen. Aber auch die Grünlilie oder die Zimmerlinde spenden der Raumluft Feuchtigkeit.
  3. Bei besonders trockener Raumluft schadet es nicht, die Pflanzen häufiger zu gießen, da das zugeführte Wasser rasch verdunstet.
  4. Wenn Sie zusätzlich zum Gießen die Blätter der Grünpflanzen mit Wasser bestäuben, können die feinen Wassertröpfchen verdampfen und die Luftfeuchtigkeit erhöht sich ebenfalls.
  5. Zimmerpflanzen haben den weiteren Vorteil, dass sie nicht nur das Raumklima verbessern, sondern gleichzeitig für psychisches Wohlbefinden sorgen.

Luftfeuchtigkeit erhöhen

Wer keinen grünen Daumen hat oder den Pflanzen im Blumentopf nichts abgewinnen kann, muss aber nicht zwangsläufig zum Luftbefeuchter greifen. Ein Terrarium oder ein offenes Aquarium geben ebenfalls Wasserdampf an die Raumluft ab und erhöhen auf diese Weise ihren Feuchtigkeitsgehalt. Dabei dürfen Sie natürlich nicht vergessen, das Becken regelmäßig zu kontrollieren, ob es noch die erforderliche Wassermenge enthält. Gegebenenfalls müssen Sie häufiger nachfüllen.

Luftfeuchtigkeit im Winter erhöhen

  • Wenn durch die trockene Heizungsluft die Luftfeuchte im Winter stark gesunken ist, kann durch einfache Maßnahmen wie das Wäschetrocknen in der Wohnung, oder das Bügeln die Luftfeuchte im Raum erhöht werden.
  • Wer nach einem wohligen, heißen Bad oder Duschbad nicht das Badezimmerfenster öffnet, sondern die feucht-warme Luft durch die Türe in die Wohnung entweichen lässt, erhöht ebenfalls die Raumluftfeuchtigkeit.
  • Im Winter sollte keinesfalls zu lange gelüftet werden. In den kältesten Monaten sind fünf Minuten mehrmals täglich ausreichend. Wichtig ist dabei, dass die Fenster vollständig geöffnet werden und die Heizung während des Lüftens abgedreht wird. Anschließend wird die gewünschte Temperatur wieder eingestellt.
  • Weitere Tipps und Infos: richtig lüften im Winter

Sollte dennoch der Feuchtigkeitsgehalt zu niedrig sein, kann ein Behälter mit Wasser an die Heizung gehängt werden oder im Raum aufgestellt werden. Dabei ist aber zu beachten, dass sich im stehenden Wasser schnell Bakterien ansammeln, die sich dann in der Luft verteilen. Das Wasser muss also häufig ausgetauscht werden und der Behälter gründlich gereinigt werden. Das Problem der regelmäßigen, gründlichen Reinigung ergibt sich auch bei professionellen Luftbefeuchtern.

Luftfeuchtigkeit im Sommer erhöhen

Hohe Temperaturen lassen sich bei geringer Luftfeuchtigkeit zwar leichter ertragen, dennoch darf der Gesundheit zuliebe der Feuchtigkeitsgehalt der Raumluft auch im Sommer nicht unter 40 % sinken. Um einer zu niedrigen Luftfeuchte im Sommer vorzubeugen oder abzuhelfen, bieten sich Zimmerbrunnen an. Die kleinen Zierbrunnen geben stetig Wasserdampf an die Raumluft ab und erfreuen zusätzlich durch ihr beruhigendes Plätschern.

Weitere Maßnahmen, die Ihnen helfen, die Raumluftfeuchte im Sommer zu erhöhen sind:

  • Das Aufstellen kleiner Wassergefäße. Das können einfache Schüsseln aus dem Küchenschrank sein oder hübsche Antiquitäten, die sich dekorativ in die Inneneinrichtung einfügen. Vergessen Sie aber nicht, abgestandenes Wasser auszutauschen, da sich sonst Bakterien ansammeln.
  • Auch durch das Aufhängen feuchter Tücher lässt sich die Feuchtigkeit im Raum erhöhen. Das sieht zwar nicht schön aus, ist aber sehr effektiv. Füllen Sie dazu Ihr Handwaschbecken mit kaltem Wasser und legen Sie zwei bis drei Baumwolltücher hinein. Sobald sich die Tücher vollgesaugt haben, werden Sie so ausgewunden, dass sie nicht tropfen und anschließend über eine provisorisch gespannte Leine im Zimmer aufgehängt.
  • Wenn Sie mithilfe zweier Hygrometer (eines innen und eines außen) feststellen konnten, dass die Außenluft feuchter ist, als die Raumluft, können Sie durch das Öffnen der Fenster ebenfalls Ihr Raumklima verbessern. Lüften Sie im Sommer 20 Minuten und öffnen Sie die Fenster weit. Weitere Tipps und Wissenswertes: richtig lüften im Sommer