Raumtemperatur

Die Raumtemperatur, oder auch Innentemperatur setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: erstens der Lufttemperatur des Innenraums und zweitens den Strahlungstemperaturen der Umgebungsflächen. Denn auch Wände und Möbel nehmen Wärme auf und geben sie wieder ab.

Wie sich aus der Definition ersehen lässt, ist die Raumtemperatur selbst bei gleicher Außentemperatur von Raum zu Raum unterschiedlich. Um sie zu messen, verwenden Sie ein geeichtes Thermometer und messen in einer Höhe von 0,75 Metern über dem Fußboden.

Ideale Raumtemperatur

Die ideale Raumtemperatur stützt sich in erster Linie auf die Temperatur, bei der wir uns in einem bestimmten Raum wohlfühlen, also die Wohlfühltemperatur. Aber auch ökonomische und ökologische Interessen dürfen nicht außer Acht gelassen werden.

Da der Mensch selbst im ruhenden Zustand Energie verbraucht und dabei Wärme produziert, gibt er, um seine Körpertemperatur konstant zu halten, stetig Wärme an die Umgebung ab. Geschieht die Wärmeabgabe im gleichen Tempo wie die Wärmeproduktion, fühlen wir uns behaglich.

Liegt die Innentemperatur unter unserer Wohlfühltemperatur, beginnen wir zu frieren. Liegt sie darüber, schwitzen wir. Beide Fälle wirken sich, wie zahlreiche Studien bewiesen haben, negativ aus.

Denn nur die ideale Raumtemperatur ermöglicht:

  • optimale Leistung,
  • ideales Entspannen,
  • perfekte Regeneration

Je nachdem, wie jeder Raum eines Hauses genutzt wird, variiert die Behaglichkeitstemperatur. Weil wir bei kühleren Temperaturen besser schlafen, ist die Wohlfühltemperatur im Schlafzimmer etwas niedriger. Zum Fernsehabend im Wohnzimmer liegt sie höher.

Experten haben die individuelle Wohlfühltemperatur in Relation zum Faktor Ökologie (Energieverbrauch) und Ökonomie (Kosten) gesetzt und für jeden Raum des Hauses eine Empfehlung zur optimalen Raumtemperatur abgegeben. Die jeweiligen Werte für Sommer und Winter finden Sie auf der Seite Optimale Raumtemperatur.

Möchten Sie wissen, welche Werte ein optimales Raumklima ausmachen, finden Sie dazu die entsprechende Tabelle auf der Seite Luftfeuchtigkeit Tabelle. Denn es gilt: ideale Raumtemperatur + optimale Raumluftfeuchte = perfektes Raumklima

Raumtemperatur messen

Raumtemperatur im Sommer

Wenn sich durch hohe Außentemperaturen auch die Innenräume aufheizen, ist es im Sommer nötig, die Zimmer zu kühlen. Dazu bieten sich verschiedene Möglichkeiten an, die sich hinsichtlich ihrer Kosten, der Umweltverträglichkeit und der Kompliziertheit unterscheiden:

  1. mit der Klimaanlage
  2. mit dem Ventilator
  3. mit Hausmitteln

Oft ist es jedoch sinnvoll, sich nicht auf eine Maßnahme zu beschränken, sondern verschiedene Methoden zu kombinieren. Lesen Sie hierzu auch die Seite Räume kühlen. Dort werden Ihnen viele unterschiedliche Möglichkeiten aufgezeigt und erläutert.

Wer es versäumt, im Hochsommer seine Innenräume zu kühlen, muss mit gesundheitlichen Schäden rechnen. Denn zu hohe Temperaturen:

  • führen zum Austrocknen von Haut, Bindehaut und Schleimhäuten
  • ermöglichen chemischen Schadstoffen ein leichteres Eindringen in den Körper
  • begünstigen den Befall von Viren und Bakterien
  • machen müde, schlapp und antriebslos
  • bewirken schlechte Laune und Gereiztheit
  • behindern die körperliche Regeneration
  • schwächen körperliche und geistige Leistungsfähigkeit

Selbstverständlich ist auch im Sommer die Wohlfühltemperatur im Raum individuell verschieden. Während sich ältere Menschen und Babys oft sogar bei 24 Grad noch wohlfühlen, schwitzen Kinder und Menschen mit viel Muskelmasse schon bei 22 Grad.

Doch auch wenn Sie im Hochsommer um kühlende Maßnahmen nicht herumkommen, sollten Sie der Umwelt zu liebe stets der Verhältnismäßigkeit entsprechen. Bei 25 Grad Außentemperatur lässt sich jeder Raum auch ohne Klimaanlage auf eine ideale Raumtemperatur kühlen.

Raumtemperatur im Winter

Ist es draußen kalt, müssen Sie die Innenräume heizen. Je nach Heizungsart ist das mit unterschiedlich hohen Kosten verbunden. Doch Achtung: Sparen Sie nicht am falschen Ende! Auch in Deutschland sind schon Menschen zu Hause erfroren.

Während Sie in den eigenen vier Wänden selbst für eine optimale Raumtemperatur verantwortlich sind, liegt das Heizen am Arbeitsplatz im Zuständigkeitsbereich des Arbeitgebers. Zum Schutz des Arbeitnehmers sind klare Regeln festgelegt.

Weil sich ein falsches Heizverhalten nicht nur auf die Gesundheit, sondern auch auf die Bausubstanz eines Hauses negativ auswirken kann, sind Mieter ebenfalls verpflichtet, Ihre Räume im Winter so zu erwärmen, dass keine Mängel entstehen können. Als Richtwert dient die optimale Raumtemperatur.

Sind Personen anwesend, heizen Sie bis zur idealen Raumtemperatur. Doch auch während Ihrer Abwesenheit sollten Sie die Wohnräume nicht vollständig auskühlen lassen.

Im Winter steht jedoch nicht nur der Mieter in der Pflicht. Denn der Vermieter muss dazu beitragen, dass geheizt werden kann. Trägt der Vermieter die Schuld, dass Sie Ihre Wohnräume nicht auf mindestens 20 Grad erwärmen können, ist eventuell sogar eine Mietminderung möglich.

Tipps für die perfekte Raumtemperatur

Heizkosten: Im Winter ist es für viele Menschen aus Kostengründen nicht immer leicht, bis zu einer behaglichen Raumtemperatur zu heizen. Mit folgenden Mitteln lassen sich Heizkosten sparen:

  1. Dichten Sie alle Ritzen in Fenster und Türrahmen ab (Bei Gasheizung Rücksprache mit dem Schornsteinfeger halten)! Es eignen sich Schaumdichtungsband oder Gummidichtungen.
  2. Entlüften und warten Sie Ihre Heizkörper pünktlich zum Winteranfang.
  3. Decken Sie Ihre Heizkörper nicht ab und bauen Sie sie nicht mit Möbeln zu.
  4. Vermeiden Sie elektrische Heizlüfter, denn sie verbrauchen besonders viel Energie.
  5. Verkleiden Sie die Wand hinter dem Heizkörper mit einer Dämmfolie, damit keine Wärme nach außen entweicht.

Umweltschutz: Weil sich sowohl durch das Heizen, wie auch durch das Kühlen mit der Klimaanlage der CO2-Ausstoß erhöht, sollten Sie immer zusätzlich auf natürliche Mittel setzen. Kombinieren Sie Heizen / Kühlen mit einfachen Hausmitteln, schonen Sie Umwelt und Geldbeutel.

Dachgeschoss: Wer sein Dachgeschoss bewohnbar machen möchte, sollte keinesfalls die Dämmung vernachlässigen. Denn sowohl beim Kühlen im Sommer, wie auch beim Heizen im Winter lassen sich mit der adäquaten Dämmung erhebliche Kosten einsparen.

Ausgleich: Selbst wenn Sie nur zu zweit im selben Haushalt leben, kann es bei der individuellen Wohlfühltemperatur Differenzen geben. Wer es wärmer liebt als seine Mitbewohner, kann wenige Grad Wohlfühldifferenz im Winter durch wärmere Kleidung ausgleichen.

Kompromiss: Haben Sie Mitbewohner, die im Sommer schon bei 23 Grad auf dem Sofa sitzend schwitzen, können Sie ihnen durch gekühlte Gelkissen (oder mit Eis gefüllte Wärmflaschen), das Entfernen der Teppiche und mit kalten, statt warmen Speisen Kühlung verschaffen.

Übrigens: Auch Haustiere leiden unter starker Hitze oder Kälte. Lassen Sie den Hund bei Minusgraden nicht draußen in der Hundehütte. Schenken Sie der Katze im Sommer einen Katzenbrunnen zum Spielen, Trinken und sich Abkühlen.